Technologie

Was ist Hosting? Shared, VPS und Cloud

Wir vergleichen Shared Hosting, VPS, Dedicated Server und Cloud-Server nach Leistung, Kostenfaktoren und Verwaltungsaufwand und geben Ihnen eine Checkliste für die richtige Wahl an die Hand.

Aurora YazılımRedaktionsteam 6 Min. Lesezeit
Was ist Hosting? Shared, VPS und Cloud
Was ist Hosting?

Hosting bezeichnet den Dienst, bei dem die Dateien, die Datenbank und die E-Mails Ihrer Website auf einem rund um die Uhr erreichbaren Server im Internet bereitgehalten werden. Gibt ein Besucher Ihre Domain ein, verbindet sich der Browser mit diesem Server und lädt die Seite von dort. Die wichtigsten Arten sind Shared Hosting, VPS, Dedicated Server (physischer Server) und Cloud-Server; sie unterscheiden sich in Ressourcen, Flexibilität und Verwaltungsverantwortung.

Wie funktioniert Hosting?

Eine Website braucht zum Betrieb einen Computer: Dieser Rechner speichert die Dateien, nimmt Anfragen entgegen und sendet die Seite an den Besucher. Man nennt ihn Server. Ein Hosting-Anbieter betreibt diese Server im Rechenzentrum mit unterbrechungsfreier Stromversorgung, Kühlung und schneller Internetanbindung und vermietet Ihnen einen Teil davon oder den gesamten Server.

Domain und Hosting sind zwei verschiedene Leistungen. Die Domain ist Ihre Adresse, das Hosting das Haus an dieser Adresse; beides wird über DNS-Einträge verbunden. Wie diese Verbindung funktioniert, haben wir im Beitrag Was ist DNS erklärt.

Was ist Shared Hosting?

Beim Shared Hosting teilen sich Hunderte von Websites Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte eines einzelnen Servers. Serverwartung, Sicherheitsupdates und Kontrollpanel liegen in der Verantwortung des Hosting-Anbieters; Sie laden lediglich Ihre Dateien hoch.

Für kleine Unternehmenswebsites, persönliche Blogs und Präsentationsseiten mit wenig Traffic ist das ein sinnvoller Einstieg. Die Grenze ist der Nachbareffekt: Verbraucht eine andere Website auf demselben Server viele Ressourcen, kann auch Ihre Seite langsamer werden. Werden die Ressourcenlimits überschritten, kann die Website vorübergehend gesperrt werden.

Was ist ein VPS?

Ein VPS (Virtual Private Server) entsteht, wenn ein physischer Server per Virtualisierung in unabhängige Einheiten aufgeteilt wird. Jeder VPS hat ein eigenes Kontingent an Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte, ein eigenes Betriebssystem und volle Administratorrechte. Die Last eines anderen Kunden beeinflusst Ihren Server weit weniger als beim Shared Hosting.

Sie können eigene Software installieren und die Servereinstellungen an Ihr Projekt anpassen. Dafür steigt die Verwaltungsverantwortung: Sicherheitsupdates, Firewall, Backups und Monitoring sind Ihre Aufgabe oder die Ihres technischen Teams. Es gibt auch Managed-VPS-Angebote, bei denen der Hosting-Anbieter diese Aufgaben übernimmt.

Dedicated Server und Cloud-Server

Dedicated Server

Ein physischer Server steht Ihnen komplett allein zur Verfügung. Er bietet die höchste und am besten vorhersehbare Leistung und wird für datenbankintensive Anwendungen, große Onlineshops oder Projekte mit Spezialhardware gewählt. Einrichtung und Hardwareänderungen dauern länger als beim VPS, und auch der Verwaltungsaufwand ist am höchsten.

Cloud-Server

Ein Cloud-Server läuft auf einem Ressourcenpool aus vielen physischen Maschinen. Sie können Ressourcen binnen Minuten hoch- oder herunterskalieren und bei Bedarf neue Server hinzufügen; fällt ein Hardwarebauteil aus, lässt sich der virtuelle Server auf eine andere Maschine verschieben. Für Websites mit saisonal schwankendem Traffic ist diese Flexibilität ein großer Vorteil.

Die Abrechnung in der Cloud erfolgt meist nutzungsbasiert; mit Traffic, Speicherplatz und Datentransfer ändern sich auch die Kosten. Einen breiteren Überblick über das Thema Cloud finden Sie im Beitrag Was ist Cloud Computing.

Hosting-Arten im Vergleich

Die folgende Tabelle stellt die vier Arten nach denselben Kriterien nebeneinander. Die Kostenspalte ist eine relative Rangfolge; der tatsächliche Betrag hängt vom Anbieter, von der Ressourcenmenge und von der Vertragslaufzeit ab.

KriteriumSharedVPSDedicatedCloud
PerformanceSchwankend, abhängig von NachbarnStabil dank reservierter RessourcenAm höchstenHoch, skalierbar
SkalierungPaket-UpgradeTarif-Upgrade, kurze Unterbrechung möglichHardwaretausch erforderlichInnerhalb von Minuten
VerwaltungsaufwandSehr geringMittel bis hochHochMittel bis hoch
AdministratorrechteKeineVollständigVollständigVollständig
Relative KostenAm niedrigstenMittelAm höchstenJe nach Nutzung variabel
Geeignet fürKleine Website, BlogWachsende Website, IndividualsoftwareViel Traffic, schwere DatenbankSchwankender Traffic, hohe Verfügbarkeit

Checkliste für die Hosting-Auswahl

Wird die Hosting-Auswahl allein nach Speicherplatz und Preis getroffen, zeigen sich die Probleme meist schon am ersten stark besuchten Tag. Stellen Sie die folgenden Fragen jedem Anbieter, von dem Sie ein Angebot einholen.

  • Serverstandort: Kommen die meisten Ihrer Besucher aus einer bestimmten Region, verringert ein nahegelegenes Rechenzentrum die Latenz; bei weiter entfernten Servern kann ein CDN diesen Unterschied ausgleichen.
  • Festplattentyp: NVMe-SSDs sind bei Datenbank- und Dateizugriffen deutlich schneller als klassische Festplatten.
  • Backups: Wie oft wird gesichert, wie viele Tage werden die Sicherungen aufbewahrt und wie wird eine Wiederherstellung angefordert? Legen Sie zusätzlich ein eigenes, unabhängiges Backup an; Methoden dafür finden Sie in unserem Ratgeber Backup erstellen.
  • SSL-Zertifikat: Wird ein kostenloses Zertifikat automatisch eingerichtet und erneuert?
  • Softwareversionen: Können Sie die Versionen von PHP, Node.js oder der Datenbank selbst wählen?
  • Support: Über welche Kanäle, zu welchen Zeiten und innerhalb welcher Frist antwortet der technische Support?
  • Verfügbarkeitszusage: Steht im Vertrag eine Verfügbarkeitsgarantie, und was passiert, wenn sie unterschritten wird?
  • Ausstiegsmöglichkeit: Können Sie Dateien und Datenbank beim Wechsel zu einem anderen Anbieter problemlos mitnehmen?

Wie beeinflusst Hosting die Ladezeit?

Die Antwortzeit des Servers bestimmt, wie lange das erste Byte der Seite braucht (TTFB), und das schlägt sich direkt in Core-Web-Vitals-Metriken wie dem LCP nieder. Die web.dev-Leitfäden von Google empfehlen für ein gutes Nutzungserlebnis einen TTFB von im Allgemeinen 0,8 Sekunden oder weniger und einen LCP von höchstens 2,5 Sekunden.

Ein schneller Server kann jedoch schwere Bilder und überflüssige Skripte nicht ausgleichen. Echte Verbesserungen entstehen, wenn Server, Cache, CDN und Seitencode gemeinsam betrachtet werden. Diesen ganzheitlichen Ansatz setzen wir in unserer Leistung Speed- & Performance-Optimierung um.

Wovon hängen die Hosting-Kosten ab?

Hosting-Preise schwanken selbst innerhalb derselben Art in einer großen Bandbreite. Beim Vergleich von Angeboten zählt nicht nur der Monatspreis, sondern auch, was er abdeckt; ein scheinbar günstiges Paket kann mit kostenpflichtigem Backup oder Support am Ende teurer werden.

Bei langfristigen Verträgen kann das erste Jahr rabattiert sein, während der Verlängerungspreis ein anderer ist. Lassen Sie sich beim Angebot die Verlängerungskonditionen und die Abrechnung von Paket-Upgrades schriftlich geben.

  • Zugewiesene Menge an Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte sowie der Festplattentyp.
  • Verwaltungsservice: Ob Sie den Server selbst verwalten oder der Anbieter.
  • Backup-Häufigkeit, Aufbewahrungsdauer und Optionen zur Notfallwiederherstellung.
  • Limits für Datentransfer und Bandbreite; nutzungsbasierte Abrechnung in der Cloud.
  • Zusatzposten wie weitere IP-Adressen, lizenzierte Kontrollpanels oder Betriebssystemlizenzen.
  • Vertragslaufzeit und Supportstufe.

Welches Hosting für welches Projekt?

Für eine Präsentationswebsite mit wenigen Seiten oder eine Unternehmenswebsite genügt oft ein hochwertiges Shared Hosting oder ein kleiner Managed-VPS. Entscheidend sind vor allem Backup- und Supportqualität des Anbieters.

Für Onlineshops, Buchungssysteme oder Anwendungen mit laufender Datenverarbeitung eignet sich ein VPS oder Cloud-Server mit reservierten Ressourcen besser. Bei einem Onlineshop, dessen Traffic in Kampagnenzeiten auf ein Vielfaches steigt, oder bei einer Hotelsoftware mit Saisonspitzen ist entscheidend, dass sich die Ressourcen schnell erhöhen lassen.

Häufig gestellte Fragen

01Ist kostenloses Hosting sinnvoll?

Für Test- und Lernprojekte kann es reichen. Für eine Unternehmenswebsite wird es wegen Werbeeinblendungen, geringer Ressourcen, fehlender Backups und des Risikos einer unangekündigten Abschaltung nicht empfohlen. Außerdem ist die Nutzung einer eigenen Domain oft eingeschränkt.

02Ist meine Website offline, wenn ich das Hosting wechsle?

Bei einem sauber geplanten Umzug gibt es entweder gar keine oder nur eine sehr kurze Unterbrechung. Dateien und Datenbank werden auf den neuen Server kopiert und getestet, danach werden die DNS-Einträge auf den neuen Server umgestellt. Das alte Hosting sollte erst abgeschaltet werden, wenn die DNS-Verbreitung abgeschlossen ist.

03Liegen auch meine E-Mails beim Hosting?

Wenn Ihr Hosting-Paket einen Mail-Dienst enthält, ja; Sie können E-Mails aber auch bei einem separaten Anbieter führen. Dann läuft Ihre Website beim Hosting und Ihre Post bei einem anderen Dienst, und die MX-Einträge legen fest, welcher genutzt wird.

04Was bedeutet Managed Hosting?

Ein Servicemodell, bei dem technische Aufgaben wie Servereinrichtung, Sicherheitsupdates, Monitoring und Backups vom Anbieter übernommen werden. Für Unternehmen ohne technisches Team ist es der Weg, die Leistung eines VPS oder der Cloud ohne Verwaltungsaufwand zu nutzen.

Das richtige Hosting richtet sich nach der Größe Ihrer Website, der Art Ihres Traffics und den technischen Kapazitäten Ihres Teams; das teuerste Paket ist nicht immer das richtige. Um die Geschwindigkeit Ihrer Website vom Server bis zum Seitencode zu messen und zu verbessern, lernen Sie unsere Leistung Speed- & Performance-Optimierung kennen; für ein neues Projekt finden Sie alles Weitere auf unserer Seite zum Webdesign.