Bilder mit KI erstellen: Ratgeber
Wir zeigen, wie Sie mit KI-Bildgeneratoren markenkonforme Bilder erstellen, wie ein guter Prompt aufgebaut ist und worauf Sie beim Urheberrecht achten müssen.

Um KI-Bilder zu erstellen, beschreiben Sie einem Bildgenerator (etwa Midjourney, DALL-E, Stable Diffusion oder Adobe Firefly) die gewünschte Szene in einem Text. Für ein gutes Ergebnis nennen Sie Motiv, Umgebung, Licht, Kamerawinkel, Stil und Seitenverhältnis. Die Ergebnisse werden ausgewählt und nachbearbeitet; bei kommerzieller Nutzung müssen Lizenzbedingungen und Urheberrechtsrisiko des Tools unbedingt geprüft werden.
Wie funktioniert die KI-Bildgenerierung?
Die meisten Bildmodelle werden mit Millionen von Bild-Text-Paaren trainiert. Sie wandeln Ihren Text in eine inhaltliche Repräsentation um und schärfen dann, ausgehend von zufälligem Rauschen, Schritt für Schritt ein Bild, das zu dieser Bedeutung passt. Dieses gängige Verfahren heißt Diffusionsmodell.
Das Modell »findet« also kein Foto, sondern erzeugt aus Wahrscheinlichkeiten ein neues Bild. Darum liefert derselbe Prompt jedes Mal ein anderes Ergebnis, und es können Details entstehen, die es in Wirklichkeit nicht gibt (zu viele Finger, unleserliche Schrift, seltsame Spiegelungen). Bei der KI-Bilderzeugung sind Auswahl und Nachbearbeitung deshalb mindestens so wichtig wie die Generierung selbst.
Welches Tool ist das richtige?
Die Fähigkeiten der Tools ändern sich schnell. Statt auf den Markennamen zu schauen, lohnt es sich daher, die Arbeitsweise zu vergleichen, denn das bleibt länger aktuell. Die folgende Tabelle stellt gängige Tools mit ihren allgemeinen Eigenschaften gegenüber.
| Werkzeug | Stärken | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Midjourney | Ästhetische, cineastische und künstlerische Ergebnisse | Läuft im Abo, Nutzungsbedingungen lesen |
| DALL-E / ChatGPT-Bilder | Bilder per Beschreibung im Chat erzeugen und bearbeiten | Text und Markenelemente müssen kontrolliert werden |
| Stable Diffusion | Offene Gewichte, lokal auf dem eigenen Rechner nutzbar | Erfordert Installation und Konfigurationswissen |
| Adobe Firefly | In Designprogramme integriert, auf kommerzielle Nutzung ausgelegt | Adobe-Konto und Credit-System |
So schreiben Sie einen guten Bild-Prompt
Ein vager Prompt erzeugt ein durchschnittliches Bild ohne Charakter. Denken Sie an einen guten Bild-Prompt wie an ein Briefing für einen Fotografen oder Illustrator. Ob Midjourney oder DALL-E: Der Aufbau funktioniert überall gleich.
- Motiv: Was ist zu sehen? Produkt, Person, Ort, Gegenstand.
- Umgebung: Wo spielt das Bild? Auf einer Marmorplatte, auf einer Hotelterrasse im Morgenlicht, vor einem minimalistischen Studiohintergrund.
- Licht: Weiches Tageslicht, Goldene Stunde, hartes Studiolicht.
- Bildaufbau und Winkel: Nahaufnahme, Vogelperspektive, Augenhöhe, geringe Schärfentiefe.
- Stil: Fotorealismus, flache Illustration, Aquarell, 3D-Rendering.
- Farbpalette: Ihre Markenfarben oder die gewünschte Tonalität.
- Seitenverhältnis: Je nach Einsatzort 1:1, 4:5, 9:16 oder 16:9.
- Ausschlüsse: Elemente, die nicht erscheinen sollen, etwa Schrift, Logos oder ein unruhiger Hintergrund.
Handgefertigte Keramik-Kaffeetasse auf einem hellen Eichentisch, weiches natürliches Licht vom Morgenfenster, geringe Schärfentiefe, Nahaufnahme auf Augenhöhe, warme Erdtöne und cremefarbene Palette, schlichter Hintergrund, fotorealistisch, Format 4:5, kein Text und kein LogoMarkenkonforme Bilder erzeugen
Einzelne schöne Bilder zu erzeugen ist leicht. Schwierig ist es, Bilder zu erstellen, die über ein ganzes Jahr hinweg zur selben Marke gehören. Dafür müssen Sie die KI an einen Leitfaden für Ihre visuelle Identität binden.
Markenfarben, bevorzugtes Licht, übliche Kamerawinkel und zu vermeidende Stile gehören in ein schriftliches Dokument, aus dem jeder Prompt gespeist wird. Eine so genaue Definition der Corporate Identity ist das zentrale Ergebnis der Markenführung.
Manche Tools akzeptieren Referenzbilder oder Stilreferenzen. Wenn Sie einige bereits freigegebene Bilder als Referenz angeben, steigt die Konsistenz bei Farbe und Ton spürbar. Dennoch sollte jedes erzeugte Bild vor der Veröffentlichung mit dem Markenleitfaden abgeglichen werden.
- Lassen Sie Logos und Schriftelemente nicht von der KI erzeugen, sondern fügen Sie sie später im Designprogramm ein.
- Erzeugen Sie die Bilder einer Kampagne in derselben Sitzung und mit ähnlichen Prompts.
- Speichern Sie freigegebene Prompts in einer Bibliothek und teilen Sie sie im Team.
KI bei Produktbildern
Im Onlinehandel und bei Katalogen lautet die häufigste Frage, ob man anstelle echter Produktfotos KI-Bilder verwenden kann. Die kurze Antwort: Das Produkt selbst muss ein echtes Foto sein. Eine KI kann Form, Farbe oder Oberflächenstruktur eines Produkts fein, aber entscheidend verändern. Das führt zu Retouren und zu einem Vertrauensproblem.
Sinnvoller ist es, das echte Produktfoto zu behalten und nur Hintergrund, Szene oder Lifestyle-Umgebung mit KI zu erzeugen. Eine saubere, gut ausgeleuchtete Hauptaufnahme bestimmt auch die Qualität dieser Bearbeitungen. Deshalb bleibt Produktfotografie auch im KI-Zeitalter die wichtigste Investition.
Für Hotels und Gastronomie gilt dieselbe Regel: Zimmer, Aussicht und Teller müssen echt sein. Gäste sind enttäuscht, wenn sie statt eines per KI verschönerten Zimmers die Realität vorfinden. Wie Sie mit echten Bildern eine ehrliche Geschichte erzählen, lesen Sie in unserem Beitrag zum Marketing für Boutique-Hotels.
Formate für Social Media
Wer ein Bild gleich im richtigen Format erzeugt, vermeidet Verluste durch späteres Zuschneiden. Für den Instagram-Feed sind das Hochformat 4:5 (1080×1350), für quadratische Beiträge 1:1 (1080×1080) und für Reels und Stories 9:16 (1080×1920) gängige Maße.
Wie Sie den Social-Media-Feed mit KI-Bildern planen und zusammen mit den Beitragstexten erstellen, lesen Sie in unserem Beitrag Social Media mit KI. Für bewegte Inhalte hilft unser Ratgeber Videos mit KI erstellen weiter. Möchten Sie Planung und Veröffentlichung von einem professionellen Team betreuen lassen, lernen Sie unser Social-Media-Management kennen.
Bilder für die Website in hoher Auflösung zu erzeugen und anschließend in moderne Formate wie WebP umzuwandeln, schützt die Ladezeit. Das ist auch der erste Schritt der Speed- und Performance-Optimierung. Große, unkomprimierte Bilder gehören zu den häufigsten Ursachen für einen schlechten LCP-Wert.
Urheberrecht und rechtliche Grenzen
Wie es um das Urheberrecht an KI-Bildern steht, wird in vielen Ländern noch diskutiert. Im türkischen Recht gilt der Grundsatz, dass nur eine natürliche Person Urheber sein kann; ob ein vollständig per KI erzeugtes Bild geschützt ist, bleibt daher unklar. Die Angaben in diesem Bereich sind deshalb allgemeiner Natur; prüfen Sie die aktuelle Rechtslage und lassen Sie sich rechtlich beraten.
- Bekannte Personen und Marken: Gesichter realer Personen, Logos anderer Marken oder eingetragene Figuren zu erzeugen, birgt ein rechtliches Risiko.
- Nachahmung von Künstlerstilen: Bilder im Stil eines lebenden Künstlers zu erzeugen, indem man seinen Namen nennt, ist ethisch und rechtlich problematisch.
- Lizenzbedingungen: Die kommerziellen Nutzungsrechte können sich bei kostenlosen und kostenpflichtigen Tarifen eines Tools unterscheiden.
- Irreführende Inhalte: KI-Bilder, die als echt ausgegeben werden, können Verbraucher täuschen; manche Plattformen verlangen eine Kennzeichnung.
- Personenbezogene Daten: Laden Sie keine Fotos von Mitarbeitern oder Kunden in nicht freigegebene Tools hoch.
KI und professionelle Produktion
KI ist ein starker Helfer für Konzeptentwürfe, Moodboards, Hintergründe und schnelle Varianten. Sie eignet sich ideal, um einem Kunden eine Kampagnenidee zu zeigen oder das Licht eines Shootings vorab zu planen.
Die Leitbilder einer Marke, echte Produkt- und Locationaufnahmen, Videos und kreative Ideen brauchen jedoch weiterhin menschliche Arbeit und Erfahrung. Das beste Ergebnis entsteht in einem Produktionsablauf, der durch KI beschleunigt und vom Menschen geformt wird. Wer in der Kreativproduktion KI für Ideen und Entwürfe nutzt und für die Schaufenster echte Aufnahmen einsetzt, findet dafür die praktische Balance.
Häufig gestellte Fragen
01Dürfen KI-Bilder in der Werbung verwendet werden?
Ja, sofern die Lizenzbedingungen des Tools die kommerzielle Nutzung erlauben. Das Produkt darf dennoch nicht anders dargestellt werden, als es ist, und die Bilder dürfen keine realen Personen oder Markenelemente enthalten. Prüfen Sie außerdem die Regeln der Werbeplattformen zu KI-Inhalten.
02Warum ist die Schrift in Bildern oft fehlerhaft?
Die Modelle lernen Buchstaben als Formen, nicht als Bedeutung, und tun sich deshalb mit Schrift schwer. Bei Plakaten und Kampagnenbildern ist es sauberer und flexibler, den Text im Designprogramm hinzuzufügen.
03Reichen kostenlose Tools aus?
Zum Ausprobieren und für erste Ideen oft schon. Brauchen Sie regelmäßige Produktion, hohe Auflösung und kommerzielle Nutzungsrechte, sind kostenpflichtige Tarife oder Unternehmensversionen besser geeignet.
KI-Bilder verkürzen den Weg von der Idee zum Entwurf; Bilder, die Ihre Marke tragen, brauchen aber eine konsistente Identität und ein professionelles Auge. Den gesamten Prozess vom Konzept über das Shooting bis zu Bearbeitung und Veröffentlichung können Sie mit unserem Team für Kreativproduktion planen und Ihre Bildsprache mit der Markenführung auf ein solides Fundament stellen.


