Food-Fotografie: So fotografieren Sie für die Speisekarte
Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie mit Licht, Tellerarrangement und Winkelwahl appetitliche Essensfotos machen – vom Handyshooting über die Bearbeitung bis zum Upload in die Speisekarte.

Gute Essensfotos beruhen auf drei Dingen: weiches natürliches Seitenlicht, ein ruhiger Hintergrund und ein zum Gericht passender Winkel. Fotografieren Sie den Teller im Moment des Servierens mit sauberen Rändern; flache Teller von oben, hohe Gerichte von der Seite. Halten Sie Licht und Winkel auf der ganzen Speisekarte gleich, damit ein einheitliches Bild entsteht.
Warum Speisekartenfotos wichtig sind
Gäste schauen auf der Speisekarte zuerst auf das Foto, dann auf den Namen des Gerichts und zuletzt auf den Preis. In digitalen Speisekarten ist dieser Effekt noch stärker; von zwei Gerichten, die auf dem Handydisplay nebeneinanderstehen, findet meist das mit dem besseren Foto mehr Beachtung. Das Speisekartenfoto ist deshalb kein Schmuck, sondern ein Verkaufsinstrument.
Ein gutes Foto bedeutet aber nicht, das Essen anders zu zeigen, als es ist. Ist der Teller, der an den Tisch kommt, kleiner oder anders als auf dem Foto, ist der Gast enttäuscht und kann das in einer Bewertung äußern. Ziel ist, das Gericht wirklichkeitsgetreu, aber von seiner besten Seite zu zeigen.
Die Techniken in diesem Ratgeber erfordern keine professionelle Ausrüstung. Die meisten aktuellen Handys liefern mit dem richtigen Licht und Arrangement Fotos in einer für die Speisekarte brauchbaren Qualität.
Licht: die halbe Miete
Der entscheidende Faktor bei Essensfotos ist das Licht. Natürliches Licht, besonders indirektes Tageslicht von einem großen Fenster, zeigt Farbe und Textur des Essens am natürlichsten. Meiden Sie Tageszeiten, zu denen die Sonne direkt scheint und harte Schatten wirft.
Auch die Richtung des Lichts zählt. Licht, das von der Seite oder leicht von hinten auf den Teller fällt, bringt Textur und Glanz hervor; die Sauce glänzt, die Brotkruste tritt hervor. Licht von hinten, aus Ihrer Richtung, flacht das Essen ab und kann Ihren Schatten auf den Teller werfen.
Eine ganze Speisekarte lässt sich meist nicht in einem Zug fotografieren. Wenn Sie an verschiedenen Tagen fotografieren, nutzen Sie dieselbe Uhrzeit, dasselbe Fenster und denselben Tisch; ein paar Notizen und Beispielbilder mit dem Handy erleichtern es, beim nächsten Shooting dasselbe Licht wieder aufzubauen.
- Schalten Sie die Deckenlampen und das gelbe Licht des Restaurants aus; wenn sich Licht unterschiedlicher Farbe mischt, verfälschen sich die Farben.
- Stellen Sie auf die gegenüberliegende Seite des Lichts einen weißen Karton oder eine Schaumstoffplatte, um die Schatten aufzuhellen.
- Nutzen Sie den Blitz des Handys nicht; er erzeugt ein hartes, flaches Bild.
- Gibt es kein Fenster, nehmen Sie eine große, weiche, einfarbige Dauerlichtquelle.
Den richtigen Winkel wählen
Jedes Gericht hat einen Winkel, in dem es am besten aussieht. Der richtige Winkel bringt den Charakter des Gerichts zur Geltung.
| Winkel | Welche Gerichte | Warum |
|---|---|---|
| Von oben (90°) | Pizza, Frühstücksteller, Salat, Vorspeisen, Schalen | Flache Flächen und Anordnung sind in allen Details sichtbar |
| Von der Seite (0–15°) | Burger, Schichttorten, Sandwiches, Getränke | Höhe und Schichten kommen zur Geltung |
| Diagonal (etwa 45°) | Hauptgerichte, Pasta, Fleischteller | Kommt dem Blickwinkel des Gastes am Tisch am nächsten |
Tellerarrangement und Bildaufbau
Für das Foto wird der Teller etwas sorgfältiger angerichtet als zum Servieren; das Produkt bleibt aber dasselbe. Säubern Sie die Tellerränder, wischen Sie Saucentropfen ab, setzen Sie die Garnitur frisch auf. Kleine Makel werden im Foto groß.
Ein ruhiger Hintergrund lässt das Essen hervortreten. Ein Holztisch, eine schlichte Leinendecke oder eine matte Steinfläche passen zu den meisten Gerichten. Gemusterte Tischdecken, glänzende Teller und überflüssige Dinge auf dem Tisch lenken ab.
Hilfsobjekte
Eine Gabel, eine gefaltete Serviette, ein Stück der Hauptzutat oder ein Glas Getränk geben dem Foto eine Geschichte. Auf das Maß kommt es an: Das Objekt soll das Gericht nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Bildausschnitt
Statt den Teller genau in die Mitte zu stellen, wirkt das Bild lebendiger, wenn er auf einer der gedachten Linien liegt, die den Ausschnitt in Drittel teilen. Bei Speisekartenfotos ist jedoch Einheitlichkeit wichtiger; alle Gerichte in ähnlicher Größe und ähnlicher Position zu fotografieren, sorgt für ein ordentliches Bild der Speisekarte.
Zeitpunkt
Essen verändert sich schnell: Salat wird welk, Schaum fällt zusammen, Sauce wird matt, geschmolzener Käse wird fest. Richten Sie deshalb Licht, Winkel und Hintergrund zuerst mit einem leeren Teller oder einem ähnlichen Ersatzteller ein und stellen Sie das echte Gericht zuletzt und heiß hinein. Bei warmen Gerichten helfen Gegenlicht und ein dunkler Hintergrund, um den Dampf einzufangen; um das Zeitfenster von wenigen Sekunden nicht zu verpassen, können Sie den Serienbildmodus nutzen.
Essen mit dem Handy fotografieren
Beim Essensfoto mit dem Handy verbessern einige Einstellungen das Ergebnis deutlich. Reinigen Sie vor dem Shooting die Linse; eine in der Küche verfettete Linse macht das Bild verschleiert.
- Fixieren Sie Fokus und Belichtung durch Antippen des Gerichts; verringern Sie bei Bedarf die Helligkeit leicht.
- Schalten Sie die Rasterlinien ein; so lassen sich Horizontale und Vertikale leichter einhalten.
- Nutzen Sie den Porträtmodus mit Bedacht; er kann die Tellerränder künstlich verwischen.
- Stützen Sie die Ellbogen auf den Tisch oder nehmen Sie ein kleines Stativ, um die Hand ruhig zu halten.
- Fotografieren Sie denselben Teller aus mehreren Winkeln und Entfernungen; die Auswahl treffen Sie später.
Bearbeitung: wenig und natürlich
Ziel der Bearbeitung ist, das Foto der Wirklichkeit anzunähern, nicht sie zu verändern. Mit einer Korrektur des Weißabgleichs beseitigen Sie Gelb- oder Blaustich, Helligkeit und Kontrast werden leicht angepasst, der Ausschnitt wird korrigiert. Das genügt meist.
Übertriebene Sättigung, kräftige Filter und künstliche Farben lassen das Essen wie Plastik aussehen. Wenn Sie in der ganzen Speisekarte dieselbe Bearbeitungseinstellung verwenden, wirken selbst an verschiedenen Tagen aufgenommene Fotos wie Teile eines Sets.
Vergessen Sie nicht, vor dem Hochladen in die Speisekarte die Dateigröße zu verkleinern. Große Dateien vom Handy führen dazu, dass sich die digitale Speisekarte langsam öffnet. Bilder in passender Größe und in einem modernen Format wie WebP halten die Qualität und beschleunigen die Seite; dazu mehr auf unserer Seite zur Speed- und Performance-Optimierung.
Anpassung für Speisekarte und Social Media
Dasselbe Foto wird an verschiedenen Stellen in verschiedenen Formaten verwendet. In der digitalen Speisekarte wählt man meist einen quadratischen oder querformatigen Zuschnitt, im Instagram-Feed Hochformat, bei Stories und Reels das Format 9:16. Das Gericht beim Shooting etwas weiter in den Bildausschnitt hineinzusetzen, erleichtert es, später auf andere Formate zuzuschneiden.
Wie Sie die Fotos in die digitale Speisekarte einbauen, erklären wir im Ratgeber QR-Speisekarte erstellen, und wie sich die Position des Fotos in der Karte auf den Verkauf auswirkt, im Beitrag Speisekarten-Design. Um diese Fotos in Social Media an einen Redaktionsplan zu binden, schauen Sie in unseren Instagram-Ratgeber für Restaurants.
Sind die Fotos fertig, trägt ein QR-Speisekarten-System, in dem Sie sie samt Preis und Beschreibung über ein einziges Panel aktualisieren können, die Mühe des Shootings an jeden Tisch.
Wann lohnt sich professionelle Hilfe?
Das Shooting mit dem Handy genügt für alltägliche Beiträge und kleine Speisekarten. Wird die Speisekarte jedoch neu gestaltet, sollen viele Gerichte im selben Standard fotografiert werden oder die Fotos in Drucksachen, auf Schildern oder in Werbung verwendet werden, macht ein professionelles Shooting den Unterschied.
Beim professionellen Shooting werden Lichtaufbau, Food Styling und einheitliche Bearbeitung zusammen betrachtet; die gesamte Speisekarte wird in ein bis wenigen Tagen im selben Standard fertiggestellt. Dafür können Sie unsere Leistung Produktfotografie nutzen, für Imagevideo und Kampagnenbilder unsere Kreativproduktion. Damit die Bilder zur Gesamtsprache der Marke passen, empfiehlt es sich, sie zusammen mit der Markenführung zu planen.
Häufig gestellte Fragen
01Welche Uhrzeit ist für Essensfotos am besten?
Ideal sind Zeiten, zu denen die Sonne nicht direkt hereinscheint und das Licht weich und reichlich ist; in vielen Lokalen ist das der Vormittag oder die ersten Stunden des Nachmittags. Das Shooting vor dem Stoßgeschäft zu planen, erleichtert auch der Küche die Arbeit.
02Kann man in der Speisekarte Stockfotos verwenden?
Das ist nicht zu empfehlen. Ein Stockfoto zeigt nicht Ihren Teller; weicht das Gericht am Tisch ab, ist das Vertrauen des Gastes erschüttert. Außerdem passt die Nutzungslizenz eines Bildes nicht immer zur gewerblichen Nutzung.
03Ist es irreführend, Essen auf dem Foto schöner darzustellen?
Den Teller zu säubern, die Garnitur zu erneuern und gutes Licht zu nutzen, ist nicht irreführend. Die Portion zu vergrößern, Zutaten hinzuzufügen, die nicht auf der Karte stehen, oder das Gericht mit nicht essbaren Stoffen zu formen, täuscht den Gast und sollte vermieden werden.
04Wie viele Fotos sollte ich machen?
Fotografieren Sie jedes Gericht aus mehreren Winkeln und Entfernungen und wählen Sie das beste aus. Ein guter Anfang ist mindestens ein Hauptbild für jedes Gericht der Speisekarte und für hervorgehobene Gerichte zusätzlich ein Hochformatbild für Social Media.
Essen zu fotografieren gelingt mit dem richtigen Licht, passendem Winkel, schlichtem Arrangement und wenig, aber gezielter Bearbeitung auch mit dem Handy. Einheitlichkeit über die gesamte Speisekarte hinweg ist der Schritt, der am meisten bewirkt. Um Ihre Speisekarte in einem Standard zu fotografieren und mit appetitlichen Bildern zu erneuern, informieren Sie sich über unsere Produktfotografie, für Video- und Kampagneninhalte über unsere Kreativproduktion.


