Webdesign

Website-Relaunch: Wann ist er nötig? 9 Anzeichen

Zählt die Anzeichen bei Tempo, Mobilnutzung, Sicherheit und Conversion auf, die einen Relaunch nötig machen, und zeigt, wie Sie dabei Ihren Traffic schützen.

Aurora YazılımRedaktionsteam 6 Min. Lesezeit
Website-Relaunch: Wann ist er nötig? 9 Anzeichen
Wann ist ein Website-Relaunch nötig?

Ein Website-Relaunch ist fällig, wenn die Seite auf dem Smartphone kaputt aussieht, langsam lädt, sich nicht leicht pflegen lässt, Sicherheitswarnungen anzeigt oder trotz Besuchern kaum Anfragen und Anrufe eingehen. Treffen drei oder mehr dieser Anzeichen zu, ist ein geplanter Relaunch meist wirtschaftlicher als kleine Korrekturen.

Relaunch oder Update?

Nicht jedes Problem erfordert eine neue Website. Ein Bild auszutauschen, eine neue Leistungsseite zu ergänzen oder eine Telefonnummer zu ändern, fällt unter ein Website-Update. Ein Relaunch dagegen nimmt Design, technische Basis und oft auch die Inhaltsstruktur von Grund auf neu in die Hand.

Die Unterscheidung ist einfach: Liegt das Problem beim Inhalt, genügt ein Update; liegt es im Gerüst der Seite, braucht es einen Relaunch. Ein Menü, das mobil verrutscht, die ständige Abhängigkeit von einem Entwickler bei jeder Änderung oder Seiten, die sekundenlang laden, sind Probleme des Gerüsts.

Die folgenden neun Anzeichen helfen Ihnen einzuschätzen, auf welcher Seite Ihre Website steht. Jedes davon können Sie in wenigen Minuten selbst prüfen.

Technische Anzeichen: Tempo, Mobil, Sicherheit

Die ersten drei Anzeichen sind messbar und für Besucher sofort spürbar. Sie fließen zugleich in die Bewertung der Seitenerfahrung durch Suchmaschinen ein.

1. Die Website sieht auf dem Smartphone nicht richtig aus

Sind die Texte klein, lassen sich Buttons kaum mit dem Finger treffen oder rutscht die Seite zur Seite, ist die mobile Darstellung unzureichend. Da ein großer Teil der Besucher per Smartphone kommt, ist dieses Anzeichen allein schon ein Grund für den Relaunch. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite zum responsiven Webdesign.

2. Die Seiten laden langsam

Bei den Core Web Vitals von Google liegen gute Schwellenwerte bei LCP ≤ 2,5 s, INP ≤ 200 ms und CLS ≤ 0,1. Liegen Sie in PageSpeed Insights deutlich darüber und liegt die Ursache nicht an unkomprimierten Bildern, sondern an der technischen Basis, sind Flickwerk-Lösungen keine dauerhafte Antwort. Dann sollten Speed- und Performance-Optimierung und eine neue Struktur gemeinsam gedacht werden.

3. Sicherheitswarnungen und veraltete Technik

Zeigt der Browser den Hinweis »Nicht sicher« an, wurden die Softwarekomponenten der Website seit Jahren nicht aktualisiert oder wurde sie bereits angegriffen, ist das Risiko groß. Veraltete Technik gefährdet nicht nur Ihre eigenen Daten, sondern auch die Ihrer Besucher.

Geschäftliche Anzeichen: Pflege und Auftritt

Die nächsten drei Anzeichen betreffen weniger die Besucher als Sie selbst, schlagen sich aber indirekt im Umsatz nieder.

4. Sie können Inhalte nicht selbst aktualisieren

Müssen Sie für jede Kampagnenmeldung oder Preisliste jedes Mal jemanden erreichen, veraltet die Website mit der Zeit. Ein guter Relaunch enthält einen schlichten Verwaltungsbereich, in dem Sie Texte und Bilder selbst ändern können.

5. Das Design spiegelt Ihre Marke nicht wider

Haben sich Logo, Farben oder Leistungen geändert, die Website trägt aber noch den alten Auftritt, sehen Besucher zwei verschiedene Unternehmen. Markenkonsistenz muss überall gelten, von Drucksachen bis zu Social Media.

6. Das Unternehmen ist gewachsen, die Website nicht

Sind neue Leistungen, Standorte oder Sprachen hinzugekommen und kann die bestehende Struktur sie nicht tragen, macht jede Ergänzung die Seite unübersichtlicher. Eine Seitenstruktur, die mit dem Wachstum mithält, ist eines der Hauptziele eines Relaunchs.

Anzeichen im Ergebnis: Traffic und Conversion

Die letzten drei Anzeichen sind die teuersten, denn sie bedeuten direkt verlorene Kunden.

7. Besucher ja, Anfragen nein

Zeigt das Analysetool Besucher, aber es kommen weder Anrufe noch Formulare, liegt das Problem oft in der Nutzererfahrung: unklare Überschriften, versteckte Kontaktdaten, lange Formulare. Dann sollte das UI/UX-Design in den Mittelpunkt des Relaunchs rücken.

8. Der Suchtraffic sinkt stetig

Ein monatelanger Rückgang in der Search Console kann auf technische SEO-Probleme, eine schwache Seitenstruktur oder deutlich bessere Inhalte der Wettbewerber hindeuten. Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit, ein SEO-optimiertes Gerüst aufzubauen; wie das geht, haben wir in unserem Beitrag zu SEO-optimiertem Webdesign beschrieben.

9. Die Websites der Wettbewerber sind deutlich besser

Kunden vergleichen Sie direkt mit Ihren Wettbewerbern. Ist deren Website schnell, klar und vertrauenswürdig und Ihre wirkt veraltet, fällt die Entscheidung häufig schon beim Blick auf die Website.

SEO-Traffic beim Relaunch schützen

Das größte Risiko eines Relaunchs ist der Verlust von Suchmaschinenrankings, die über Jahre aufgebaut wurden. Häufigste Ursache ist eine Änderung der URLs: Die alte Seite wird entfernt, die neue Adresse geht online, aber dazwischen fehlt eine Weiterleitung.

Ändern sich die Adressen auf der neuen Website, muss jede alte URL per 301-Weiterleitung mit der am besten passenden neuen Seite verbunden werden. Dazu sollte vor dem Livegang eine Liste aller URLs der alten Website erstellt und Eintrag für Eintrag zugeordnet werden.

  • Listen Sie alle Seiten der alten Website und die URLs mit dem meisten Traffic auf.
  • Löschen Sie den Inhalt gut platzierter Seiten nicht, sondern übernehmen Sie ihn verbessert.
  • Füllen Sie Title- und Description-Tags auch auf der neuen Website aus.
  • Melden Sie nach dem Livegang die neue XML-Sitemap in der Search Console an.
  • Beobachten Sie in den ersten Wochen defekte Links und 404-Berichte genau.

Der Relaunch Schritt für Schritt

Ein geplanter Relaunch ist schneller fertig als ein übereilter und bringt weniger Überraschungen. Ein gesunder Ablauf folgt meist dieser Reihenfolge:

  1. Ist-Analyse: Daten zu Tempo, Mobilnutzung, Traffic und Conversion erheben.
  2. Ziele klären: messbare Ziele der neuen Website, etwa mehr Anfragen, Buchungen oder Anrufe.
  3. Seitenstruktur: Welche Seiten bleiben, werden zusammengeführt oder kommen neu hinzu?
  4. Design und Inhalt: individuelles, zur Marke passendes Design und überarbeitete Texte.
  5. Test: Prüfung auf verschiedenen Smartphones und Browsern, Kontrolle von Formularen und Weiterleitungen.
  6. Livegang und Monitoring: 301-Weiterleitungen, Sitemap und Beobachtung der ersten Wochen.

Was sollten Sie vor dem Relaunch vorbereiten?

Was den als Redesign bekannten Neugestaltungsprozess beschleunigt, ist ein gut vorbereitetes Erstgespräch mit der Agentur. Je klarer Ihre Informationen sind, desto realistischer wird das Angebot und desto seltener verschiebt sich der Umfang mitten im Projekt.

Die Vorbereitung erleichtert nicht nur der Agentur die Arbeit, sondern schärft auch Ihre eigenen Erwartungen an die neue Website. Es genügt, die folgende Liste in einem Dokument zu sammeln.

  • Zugangsdaten: Wer hat Domain, Hosting, E-Mail- und Analysekonten?
  • Vorhandene Daten: Traffic der letzten Zeit, meistbesuchte Seiten und Zahl der eingegangenen Anfragen.
  • Gefallen und Missfallen: Was auf der bestehenden Website bleiben und was wegfallen soll.
  • Beispielwebsites: Gern auch aus anderen Branchen; notieren Sie kurz, was Ihnen gefällt.
  • Markendateien: Logo als Vektordatei, Firmenfarben und Schriften.
  • Aktuelle Inhalte: Leistungsliste, Teaminformationen, Fotos und häufige Fragen.

Was bestimmt die Kosten eines Relaunchs?

Die Kosten hängen ab von der Seitenzahl, davon, ob das Design individuell ist, ob Inhalte neu geschrieben werden, vom Bedarf an Mehrsprachigkeit und von Integrationen. Sind die vorhandenen Inhalte weiterverwendbar, verkürzt das die Laufzeit. Die einzelnen Faktoren finden Sie in unserem Ratgeber zu Webdesign-Preisen.

Eine schnelle Lösung mit fertiger Vorlage mag verlockend wirken, doch Vorlagen bringen oft einen Teil der oben genannten Probleme mit. Den Unterschied beider Ansätze haben wir in unserem Beitrag Fertigtheme oder individuelles Design verglichen.

StatusEmpfohlenes Vorgehen
Ein oder zwei Anzeichen, inhaltlich bedingtAktualisierung und Verbesserung
Tempoproblem, Technik solidePerformance-Optimierung
Keine mobile DarstellungVerlängerung
Drei oder mehr AnzeichenGeplanter Relaunch

Häufig gestellte Fragen

01Wie oft sollte eine Website erneuert werden?

Eine feste Frist gibt es nicht; ausschlaggebend sind die oben genannten Anzeichen. Da sich Technik und Nutzergewohnheiten schnell wandeln, ist es sinnvoll, alle paar Jahre eine umfassende Bewertung vorzunehmen.

02Ist die Website während des Relaunchs offline?

Sie sollte es nicht sein. Die neue Website wird in einer getrennten Testumgebung vorbereitet und nach der Freigabe mit einem kurzen Wechsel live geschaltet. Besucher gelangen ohne Unterbrechung von der alten zur neuen Website.

03Muss ich Domain und E-Mail-Adressen ändern?

Nein. Domain und geschäftliche E-Mail-Adressen können gleich bleiben. Nur der Ort, an dem die Website-Dateien liegen, kann wechseln; der Umzug wird so geplant, dass der E-Mail-Dienst nicht beeinträchtigt wird.

04Kann ich meine alten Inhalte weiterverwenden?

Gut platzierte und weiterhin korrekte Inhalte sollten unbedingt erhalten bleiben. Veraltete Texte werden neu geschrieben oder zusammengeführt.

Haben Sie einige der neun Anzeichen auf Ihrer Website entdeckt, ist es vielleicht Zeit, das Problem nicht mit Flickwerk aufzuschieben, sondern einen geplanten Relaunch ins Auge zu fassen. Um Ihre bestehende Website gemeinsam zu analysieren, werfen Sie einen Blick auf unser Webdesign oder erreichen Sie uns über die Seite Kontakt; Aurora Yazılım mit Sitz in Edremit, Türkiye, setzt seit 2006 Relaunch-Projekte um und bewahrt dabei die Rankings.