Preise für Produktfotografie
Wir erklären, wie Produktanzahl, Hintergrundwahl, Retuschestufe, Konzeptshooting und Lieferformate den Preis für Produktfotos beeinflussen und wie Sie zu einem verlässlichen Angebot kommen.

Die Preise für Produktfotografie richten sich nach der Produktanzahl und der Zahl der Aufnahmen pro Produkt, nach der Wahl zwischen weißem Hintergrund und Konzeptshooting, dem Schwierigkeitsgrad des Produkts (glänzend, transparent, klein), der Retuschestufe, Studio- oder Location-Shooting, dem Bedarf an Models und Styling, der Lieferzeit und den Nutzungsrechten. Für ein verbindliches Angebot sollten diese Punkte von Anfang an in einem schriftlichen Briefing geteilt werden.
Warum sind Produktfotos so wichtig?
Beim Online-Einkauf kann der Kunde das Produkt weder anfassen noch ausprobieren noch daran riechen. Den Großteil seiner Kaufentscheidung trifft er anhand der Produktbilder. Ein Produkt mit falsch wirkender Farbe, unklaren Maßen oder unscharfen Fotos schafft kein Vertrauen, selbst wenn der Preis stimmt; auch das Retourenrisiko steigt.
Deshalb sind Produktfotos kein Kostenpunkt, sondern ein tragender Teil der Verkaufsseite. Um den Preis richtig einzuordnen, muss man zuerst wissen, was man kauft: den Arbeitstag eines Fotografen oder ein Bild-Set mit geplantem Licht, Hintergrund, Retusche und Kanalformaten? Unten gehen wir die preisbestimmenden Faktoren einzeln durch; Beispiele für verschiedene Shootingarten finden Sie auch auf unserer Seite zur Produktfotografie.
Die wichtigsten Preisfaktoren
Das Angebot für ein professionelles Produktshooting setzt sich aus mehreren Variablen zusammen. Sehen Sie bei gleicher Produktanzahl große Unterschiede zwischen zwei Angeboten, liegt die Ursache meist in einem dieser Posten.
| Faktor | Wie wirkt er sich auf den Preis aus? |
|---|---|
| Produktanzahl | Mit steigender Produktzahl sinken die Kosten pro Aufnahme meist, die Gesamtdauer wächst |
| Aufnahmen pro Produkt | Vorder-, Rück-, Seitenansicht, Details und Verpackung zählen jeweils als eigene Aufnahme |
| Hintergrundart | Weißer Hintergrund ist Standard und schnell; Konzept- und Location-Shootings brauchen Vorbereitung |
| Schwierigkeitsgrad | Glas, Metall, glänzende und transparente Produkte erfordern spezielles Licht und Retusche |
| Retuschestufe | Reicht von der Grundkorrektur bis zur Fehlerbereinigung und Farbabstimmung |
| Model und Styling | Bei Mode und Accessoires entstehen durch Model, Haar- und Make-up-Profi sowie Stylist zusätzliche Posten |
| Standort | Bei Aufnahmen außerhalb des Studios kommen Anfahrt, Aufbau und Transport der Ausrüstung hinzu |
| Lieferzeit | Eine Expresslieferung bedeutet, dass das Team andere Aufträge verschieben muss |
Weißer Hintergrund oder Konzeptshooting?
Produktfotos auf weißem Hintergrund
Für Marktplätze und Shop-Listings ist das Shooting auf weißem Hintergrund die gängigste Wahl. Es zeigt das Produkt ohne Ablenkung, sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild im gesamten Katalog und entspricht den Bildvorgaben vieler Marktplätze. Weil sich ähnliche Produkte nach einmaligem Lichtaufbau in Serie fotografieren lassen, sind die Kosten pro Aufnahme meist am niedrigsten.
Konzept- und Lifestyle-Shooting
Das Konzeptshooting zeigt das Produkt im Einsatz, in einem Raum oder in einer Komposition mit Geschichte und eignet sich stark für Social Media, Kampagnen und Kategorie-Titelbilder. Weil Requisiten beschafft, das Set aufgebaut, Styling umgesetzt und manchmal ein Model gebucht werden müssen, ist die Vorbereitung aufwendig – und das schlägt sich im Preis nieder.
Für die meisten Marken ist es am effizientesten, beides zu kombinieren: alle Produkte auf weißem Hintergrund, ausgewählte Produkte zusätzlich im Konzeptshooting. Dieser Mix lässt sich mit der Planung der Kreativproduktion in einem einzigen Drehplan bündeln.
Retusche und Lieferformate
Die Retusche ist der Posten, der bei den Kosten für ein Produktshooting am häufigsten übersehen wird. Die Basisretusche umfasst das Bereinigen des Hintergrunds, Farb- und Belichtungskorrekturen sowie den Zuschnitt. Zur erweiterten Retusche gehören das Entfernen von Staub und Kratzern, das Korrigieren von Etiketten, das Erzeugen von Schatten und das Erstellen weiterer Farbvarianten aus einer einzigen Aufnahme. Je höher die Retuschestufe, desto mehr Zeit und Kosten fallen pro Produkt an.
Auch das Lieferformat gehört zur Leistung. Marktplatz, Website, Social Media und Druck verlangen unterschiedliche Größen und Dateitypen. Für das Web erhält die Umwandlung der Bilder in schlanke Formate wie WebP die Seitengeschwindigkeit; beim Core Web Vitals-Kriterium LCP von Google liegt der gute Schwellenwert bei 2,5 Sekunden, und dieses Element ist häufig ein Produktbild. Wie Bilder die Website-Geschwindigkeit beeinflussen, lesen Sie auf unserer Seite zur Speed- & Performance-Optimierung.
Nutzungsrechte und Urheberrecht
Das Urheberrecht an einem Foto liegt, sofern nichts anderes vereinbart ist, bei der Person, die es aufgenommen hat. Bei kommerziellen Projekten sollte im Vertrag festgehalten werden, in welchen Kanälen, wie lange und in welchem Umfang die Fotos genutzt werden dürfen. Die Nutzung auf Website und Social Media kann anders bewertet werden als die Nutzung für Außenwerbung, Verpackungen oder eine Fernsehkampagne.
Wer den Nutzungsumfang von Anfang an klärt, vermeidet Streit, etwa wenn später ein Händler oder ein Marktplatz die Bilder verwendet. Bei Shootings mit Models muss zusätzlich die Nutzungseinwilligung des Models eingeholt werden. Da diese Themen rechtlicher Natur sind, prüfen Sie beim Erstellen von Verträgen die aktuelle Rechtslage und holen Sie den Rat Ihrer Rechtsberatung ein.
Das Briefing für ein verlässliches Angebot
Holen Sie für professionelle Produktfotos bei zwei Studios Angebote mit demselben Briefing ein, können Sie diese vergleichen. Angebote auf Basis eines unvollständigen Briefings lassen sich dagegen nicht vergleichen und führen beim Shooting zu Überraschungen. Teilen Sie die folgenden Angaben von Anfang an.
- Produktliste: Stückzahl, Maße, Farbvarianten und Materialangaben
- Gewünschte Anzahl der Aufnahmen und Perspektiven pro Produkt
- Hintergrundwunsch: weißer Hintergrund, farbiger Hintergrund oder Konzept
- Verwendungskanäle: Website, Marktplatz, Social Media, Katalog
- Bildbeispiele, die Ihnen gefallen, und Ihre Markenfarben
- Erwartungen an die Retusche und Liefertermin
- Wie die Produkte ins Studio gelangen und wie die Rücksendung abläuft
Wie Fotos zu Verkäufen werden
Ein gutes Foto zahlt sich erst aus, wenn es an der richtigen Stelle eingesetzt wird. Auf der Produktseite sollten Hauptbild, Detailaufnahmen und Anwendungsfoto zusammen gezeigt werden; die Bilder müssen schnell laden und sich auf dem Smartphone vergrößern lassen. Das gelingt mit einem durchdachten Produktseitendesign auf einem soliden Shopsystem.
Dieselben Bilder lassen sich per Marktplatz-Anbindung gemeinsam mit den Produktdaten auf Marktplätze übertragen. In den sozialen Medien kommen Konzeptaufnahmen für Beiträge und Anzeigen zum Einsatz. Wie Sie sehen, mit welchen Produktbildern Ihre Anzeigen Verkäufe bringen, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Einrichtung des Meta Pixels; zur regelmäßigen Pflege Ihrer Konten finden Sie mehr im Beitrag zum Social-Media-Management. Wer Kunden den Produktkatalog direkt per Nachricht schicken möchte, dem hilft auch unser Ratgeber zu WhatsApp Business.
Richtig sparen
Das Budget schützen Sie nicht durch Verzicht auf Qualität, sondern durch Planung. Produkte nach Farbe und Größe zu gruppieren, ähnliche Produkte mit demselben Lichtaufbau zu fotografieren und den Bedarf mehrerer Kanäle an einem einzigen Drehtag abzudecken, senkt die Kosten spürbar. Mit einem billigen Angebot zu starten und später neu fotografieren zu lassen, ist dagegen oft der teuerste Weg: Die Produktlisten müssen ein zweites Mal vorbereitet werden, und im Katalog stehen unterschiedliche Lichtstimmungen und Farbtöne nebeneinander.
- Sammelshooting: Lassen Sie die Produkte der neuen Saison gebündelt statt stückweise fotografieren.
- Produktvorbereitung: Beseitigen Sie Etiketten, Staub und Knitterfalten vor dem Shooting; die Retusche wird kürzer.
- Prioritätenliste: Setzen Sie das Konzeptshooting nur für Bestseller oder Kampagnenprodukte ein.
- Ein Team: Wer Foto, Video und Social-Media-Inhalte mit demselben Team plant, vermeidet wiederholte Aufbauten.
Häufig gestellte Fragen
01Reicht es, Produktfotos mit dem Smartphone zu machen?
Für Unternehmen mit wenigen Produkten, die schnell starten möchten, kann eine Aufnahme mit dem Smartphone bei gutem Licht eine Übergangslösung sein. Kommt es aber auf Farbtreue, einen einheitlichen Hintergrund und scharfe Details an, macht professionelles Licht samt Retusche einen deutlichen Unterschied.
02Muss ich meine Produkte an das Studio schicken?
Die meisten Shootings auf weißem Hintergrund finden im Studio statt, deshalb müssen die Produkte übergeben werden. Bei großen, schwer transportierbaren oder nur in ihrer Umgebung darstellbaren Produkten kann das Team vor Ort fotografieren.
03Lohnt sich der Preis pro Produkt oder der Tagessatz mehr?
Bei vielen ähnlichen Produkten sorgt ein Preis pro Produkt oder pro Aufnahme für ein planbares Budget. Bei Shootings mit Konzept, Models und Location ist dagegen die Dauer entscheidend, weshalb Tages- oder Projektpreise üblicher sind.
Die Preise für Produktfotografie richten sich nach Produktanzahl, Hintergrund, Retusche, Konzept und Nutzungsumfang; deshalb führt ein klares Briefing zum treffendsten Angebot. Wenn Sie einen Shootingplan und ein Angebot für Ihre Produkte wünschen, schauen Sie sich unsere Seite zur Produktfotografie an; für die gemeinsame Planung mit Video- und Kampagnenbildern sprechen Sie mit unserem Team für Kreativproduktion.

