Social Media und Marke

Logodesign: 12 Prinzipien für ein gutes Logo

Wir stellen die 12 Prinzipien eines guten Logos wie Einfachheit, Skalierbarkeit und Originalität vor, dazu Farbwahl, Dateiformate und häufige Fehler im Designprozess.

Aurora YazılımRedaktionsteam 6 Min. Lesezeit
Logodesign: 12 Prinzipien für ein gutes Logo
Wie sollte ein gutes Logo-Design aussehen?

Ein gutes Logo-Design sollte schlicht sein, in kleiner wie in großer Größe lesbar, auch einfarbig funktionieren, zum Charakter der Marke passen und originell sein. Ein Logo, das keinen Modetrends folgt, im Gedächtnis bleibt und auf verschiedenen Flächen (Bildschirm, Schild, Verpackung, Social-Media-Profil) gleich stark wirkt, dient der Marke über Jahre.

Wozu dient ein Logo für die Marke?

Das Logo ist die Unterschrift der Marke. Der Kunde sieht Sie zum ersten Mal auf einem Schild, in einem Social-Media-Beitrag oder auf einer Produktverpackung, und das erste Zeichen, das ihm dabei ins Auge fällt, ist das Logo. Seine Aufgabe ist es, die Marke bekannt zu machen und bei jedem erneuten Sehen zu erinnern; nicht, die ganze Geschichte der Marke allein zu erzählen.

Darum beruht gutes Logo-Design weniger auf Verzierung als auf Reduktion. Das Logo funktioniert gemeinsam mit Farbpalette, Schriften und Bildsprache als Teil eines Systems. Das Ganze dieses Systems haben wir im Beitrag Was ist eine Markenidentität erklärt. Die folgenden 12 Prinzipien betreffen dagegen unmittelbar das Logo selbst.

Prinzipien für Einfachheit und Klarheit

1. Einfach halten

Die allermeisten einprägsamen Logos bestehen aus wenigen einfachen Formen. Zu viele Details verschwimmen in kleiner Größe und erschweren das Erinnern. Wenn Sie ein Logo einige Sekunden ansehen und es danach grob aufs Papier zeichnen können, sind Sie auf dem richtigen Weg.

2. Auf eine Botschaft konzentrieren

Es ist ein verbreiteter Fehler, in ein Logo Produkt, Stadt, Werte und Gründungsjahr zugleich unterbringen zu wollen. Das Logo sollte eine einzige Idee tragen; die übrigen Botschaften werden über Slogan, Website und Kampagnen vermittelt.

3. Auf den ersten Blick lesbar sein

Enthält das Logo Schrift, muss sie gut lesbar sein. Übermäßig verschnörkelte Handschriften und ineinander verschlungene Buchstaben verursachen ein Problem der Lesbarkeit, besonders in den ein, zwei Sekunden, in denen jemand im Vorbeigehen auf ein Schild schaut.

Technische Prinzipien: in jeder Größe funktionieren

4. Skalierbar sein

Dasselbe Logo wird in jeder Größe verwendet, vom kleinen Symbol im Browser-Tab bis zum Schild an der Gebäudefassade. Das Logo sollte als Vektorgrafik gestaltet werden, und für kleine Anwendungen sollte eine vereinfachte Symbolversion vorbereitet werden.

5. Auch einfarbig funktionieren

Bei Fax, Stempel, Laserschnitt, Gravur oder Einfarbdruck verliert das Logo seine Farben. Ein Logo, das auch in Schwarz-Weiß erkennbar bleibt, ist stets robuster als eines, das von Farbe abhängt. Es ist eine gute Gewohnheit, das Design zuerst in Schwarz-Weiß zu beurteilen.

6. Varianten bereithalten

Horizontale, vertikale und reine Symbolversionen sowie getrennte Varianten für helle und dunkle Hintergründe erleichtern es dem Logo, sich überall anzupassen. Für rund beschnittene Flächen wie das Social-Media-Profilbild ist eine quadratische Symbolversion besonders wichtig.

Logofarben und Typografie

7. Farbe bewusst wählen

Logofarben sollten unter Berücksichtigung von Branchengewohnheiten, den Farben der Wettbewerber und der Persönlichkeit der Marke gewählt werden. Sind alle Wettbewerber blau, kann Blau Vertrauen schaffen, erschwert aber die Unterscheidbarkeit. Wenige Farben senken sowohl die Druckkosten als auch die visuelle Unruhe.

8. Auf Bildschirm und im Druck konsistent sein

Eine Farbe, die auf dem Bildschirm leuchtet, kann im Druck blass ausfallen. Deshalb sollten für jede Farbe Entsprechungen für den Bildschirm (RGB, HEX) und für den Druck (CMYK, bei Bedarf Pantone) definiert werden. Alle diese Codes gehören in den Corporate-Design-Leitfaden.

9. Schrift zum Charakter passend wählen

Schriften mit Serifen vermitteln ein traditionelles, etabliertes Gefühl, serifenlose Schriften wirken moderner und schlichter. Wird eine fertige Schrift verwendet, sollte die Lizenz für die kommerzielle Nutzung geprüft werden; Buchstabenabstände und Formen sollten nach Möglichkeit speziell für das Logo angepasst werden. Außerdem sollte unbedingt getestet werden, ob Sonderzeichen und Umlaute (ä, ö, ü, ß) sauber gezeichnet sind.

Prinzipien für Originalität und Beständigkeit

10. Originell sein

Fertige Logovorlagen und Symbole aus dem Internet bergen das Risiko, dass dasselbe Bild auch bei anderen Unternehmen verwendet wird. Ein nicht originelles Logo ist nicht unterscheidbar und kann bei der Markeneintragung Probleme machen. Vor der Anmeldung wird eine Recherche nach ähnlichen Marken in den Registern des Markenamts empfohlen (in der Türkei beim Türk Patent ve Marka Kurumu, dem türkischen Patent- und Markenamt).

11. Zeitlos sein

Die populären Effekte, Schatten und Farbverläufe eines Jahres wirken nach wenigen Jahren veraltet. Damit das Logo über Jahre unverändert verwendet werden kann, muss es auf trendunabhängigen Grundformen beruhen; Trends können in Kampagnenmotiven weiterleben.

12. Die Zielgruppe der Marke ansprechen

Eine Spielzeugmarke und eine Anwaltskanzlei sollten im Logo nicht dieselbe Sprache sprechen. Das Logo sollte nicht nach dem persönlichen Geschmack des Designers oder des Inhabers beurteilt werden, sondern nach den Erwartungen der Zielkunden. Diese Bewertung liefert ein stimmigeres Ergebnis, wenn sie gemeinsam mit der Namensfindung erfolgt; für die Namenssuche lesen Sie unseren Beitrag zur Markennamen-Findung.

Logo erstellen: die Prozessschritte

Professionelles Logo-Design beginnt mit Fragen, noch bevor gezeichnet wird. Solange nicht klar ist, was die Marke tut, wen sie anspricht, wie die Wettbewerber auftreten und wo das Logo eingesetzt wird, beruht jeder Entwurf auf Vermutungen. Diese Grundlagenanalyse ist der erste Schritt der Markenführung.

  1. Erstellen Sie das Marken-Briefing: Leistung, Zielgruppe, Werte, Wettbewerber, Einsatzbereiche.
  2. Fertigen Sie schnelle Skizzen mit dem Stift an und entwickeln Sie mehrere Ideenrichtungen.
  3. Zeichnen Sie die stärksten Ansätze digital als Vektorgrafik und beurteilen Sie sie zuerst in Schwarz-Weiß.
  4. Testen Sie Farb- und Schriftalternativen an echten Anwendungsbeispielen.
  5. Prüfen Sie das Logo auf Visitenkarte, Schild, Website-Header und Profilbild.
  6. Lassen Sie sich die Endfassung mit allen Varianten und Dateiformaten übergeben.

Dateien, die Sie erhalten sollten

Ein Logo ist nicht nur eine PNG-Datei. Druckerei, Schilderhersteller, Webentwickler und Social-Media-Team brauchen unterschiedliche Formate. Stellen Sie bei der Übergabe sicher, dass die folgenden Dateien dabei sind.

FormatEinsatzortHinweis
SVGWebsite, AppVektor, in jeder Größe scharf, kleine Datei
PDF / EPS / AIDruck, Schilder, WerbeartikelVektor-Quelldatei für den Druck
PNG (transparent)Präsentationen, Social Media, Büro-DokumenteIn verschiedenen Größen exportieren
Quadratisches SymbolProfilbild, FaviconVereinfachte Version für kleine Größen

Häufige Fehler im Logo-Design

Die folgenden Fehler wirken auf den ersten Blick klein, verkürzen aber die Lebensdauer des Logos und verursachen später Kosten für ein Redesign.

  • Branchenklischee: Wenn jeder Makler ein Hausdach und jede Zahnarztpraxis ein Zahnsymbol nutzt, wird die Unterscheidbarkeit erschwert.
  • Foto oder dünne Linie: Logos mit Fotos oder sehr feinen Linien gehen in kleiner Größe verloren.
  • Entscheidung im Komitee: Ein Logo, zu dem jeder ein Element beisteuert, repräsentiert am Ende niemanden.
  • Nur am Bildschirm testen: Ein Logo, das nicht auf echten Flächen wie Schild, Stickerei oder Stempel getestet wurde, sorgt für Überraschungen.
  • Übergabe ohne Quelldatei: Sich mit einem niedrig aufgelösten Bild zu begnügen, verursacht bei jeder neuen Verwendung Probleme.

Das Logo einsatzbereit machen

Nach der Freigabe des Logos beginnt die eigentliche Arbeit: es an jedem Berührungspunkt richtig einzusetzen. Auf der Website muss das Logo am Desktop wie am Smartphone scharf zu sehen sein und im Menü mit ausreichend Abstand stehen; das gehört zu den Entscheidungen für Responsive Webdesign und UI/UX-Design.

In den Social-Media-Konten müssen Profilbild, Titelbilder und Beitragsvorlagen zum Logo passen; diesen Übergang plant das Social-Media-Team. Ob das Logo in Imagevideos und Kampagnenmotiven animiert oder schlicht eingesetzt wird, legen wir im Prozess der Kreativproduktion fest.

Häufig gestellte Fragen

01Wie viele Farben sollte ein Logo haben?

Es gibt keine feste Regel, aber die meisten starken Logos kommen mit einer oder zwei Hauptfarben aus. Je mehr Farben, desto höher die Druckkosten, und das Logo wirkt in kleiner Größe schnell kompliziert.

02Ist es sinnvoll, ein Logo mit KI erstellen zu lassen?

KI-Werkzeuge können nützlich sein, um Ideen zu sammeln und Richtungen zu erkunden. Die Ergebnisse sind jedoch meist keine Vektorgrafiken und bergen Unsicherheiten bei Originalität und Markeneintragung; sicherer ist es, das endgültige Logo von einem Designer originell zeichnen zu lassen.

03Wie oft sollte ich mein Logo ändern?

So selten wie möglich. Eine Logoänderung bedeutet Verlust an Wiedererkennung; in den meisten Fällen genügt statt eines komplett neuen Logos, das bestehende zu vereinfachen und für die digitale Nutzung anzupassen.

Ein gutes Logo-Design schafft über Jahre Wert, wenn es schlicht, skalierbar, originell und auf die Zielgruppe der Marke abgestimmt ist. Wenn Sie Ihr Logo gemeinsam mit der Markenstrategie gestalten oder erneuern lassen möchten, sprechen Sie mit unserem Markenführungs-Team; für Bilder und Videos, in denen das Logo erscheint, lernen Sie unsere Kreativproduktion kennen.